Lindenhof auf historischem Boden

Der Lindenhof befindet sich im ehemaligen Hochmeisterschloss des St. Georgs-Ritterordens, das vom ersten Hochmeister Johann Siebenhirter errichtet wurde. Das Gebäude mit seiner reich gegliederten Dachlandschaft war ursprünglich neben Wiener Neustadt als zweites Zentrum des Ordens vorgesehen und bildete mit dem Stift Millstatt eine Wehreinheit. Wuchtige Wehrtürme begrenzen an beiden Enden das Wohngebäude des Schlosses. Der Westturm mit fünf Geschoßen wird heute noch als „Siebenhirterturm“ bezeichnet. Der Ostturm ist von seiner Bausubstanz nicht so alt. Er wurde 1901 nach einem Brand erneuert. Der damalige Festsaal war um 1520 mit einer prächtig bemalten Holzdecke ausgestattet. Diese wurde im 19. Jahrhundert ins Schloss Porcia nach Spittal an der Drau übertragen.

 

Sowohl Hochmeisterschloss als auch Stift Millstatt wurden 1478 im Türkenkrieg niedergebrannt. Der zweite Hochmeister Johannes Heumann setzte danach den Ausbau des Schlosses fort. Nach dem Tod des dritten und letzten Hochmeisters Wolfgang Prantner kam es zum Niedergang des Ordens. Im 16. Jahrhundert übergab Erzherzog Ferdinand Millstatt dem Jesuitenorden. Mit strenger Härte führten die Mönche die Gegenreformation aus, was im 18. Jahrhundert zum Bauernaufstand führte. 1773 gab Papst Clemens XIV. ein Jesuitenverbot heraus. Die Aufhebung des Ordens in Millstatt bedeutete zugleich das Ende des Klosters. Millstatt ging in Staatsbesitz über. Das Schloss wurde mehrfach umgebaut und modernisiert. 1901 wurde das Grand Hotel Lindenhof eröffnet. Nach dessen Schließung stand das Gebäude lange Zeit leer und wurde im März 2018 wieder zu neuem Leben erweckt.

Lindenhof Millstatt am See - Wirtshaus Biergarten (© Gert Perauer)